Schmiede- & Schlossermuseum

Von der Idee bis zur Eröffnung

Das Kompressorenhaus auf dem heutigen Gelände der Schule am Eisenbahnschacht ist das letzte noch unverfälscht erhaltene Gebäude der einst weitläufigen Grubenanlage Griesborn. Es wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und war bis zur Stilllegung des Griesbornschachtes im Jahre 1950 in Betrieb. Es ist ein „wichtiges Dokument der Industriearchitektur aus der Frühzeit der Schachtanlagen im Saarland“, so die fachliche Beurteilung des Staatlichen Konservatoramtes.

In dem Vorschlag der Landesinnung Metall, hier ein Schmiede- und Schlossermuseum einzurichten, erkannte der Grundstückseigentümer, der Landkreis Saarlouis, die willkommene Chance, dieses Baudenkmal auch entsprechend seiner Eigenart sinnvoll nutzen zu können.

Die Idee, in dem restaurierten Gebäude ein Schmiede- und Schlossermuseum einzurichten, wurde sowohl vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur als auch vom Verband Saarländischer Heimatmuseen nachdrücklich begrüßt. Auch das Kollegium der Schule am Eisenbahnschacht setzte sich engagiert und kooperativ ein, so dass sich auch schon bald ein Förderverein zur ideellen und materiellen Unterstützung des Vorhabens bildete.

Nach der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages im Juni 1993 konnte nach den Plänen des Kreisbauamtes mit der gemeinsamen Restaurierung und dem Ausbau begonnen werden.

Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurde das Schmiede- und Schlossermuseum am 28. Mai 1999 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Geschichte

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus dem Schmiedeberuf immer mehr das Schlosserhandwerk. Ihm folgte der Maschinenbauer und Landmaschinenschlosser. Beide Berufe, aus denen später die heutigen Metallberufe hervorgegangen sind, gehören zu traditionellen Handwerksberufen im von Kohle und Stahl geprägten Saarland.

Die einzelnen Bereiche der Schmiede

Die alte Schmiede-Esse mit Blasebalg, Amboss, Biegewalze, Stauchmaschine, Biegehorn, Ständer- und Tischbohrmaschine sowie den Werkzeugen wie Schmiedezangen, Schmiedehämmern, Gesenke, Nageleisen, Lochplatte und Locheisen usw. zeigen, wie die Handwerkergenerationen vor uns gearbeitet haben.

In der Schmiede wurden alle Geräte und Werkzeuge für die Landwirtschaft wie Pflüge, Eggen und Beschläge für Waagen, Kutschen, Hufeisen und Nägel für den Pferdebeschlag, Handarbeitsgeräte für Landwirtschaft und Garten, aber auch Geländer, Ziergitter, Schrauben und Haken sowie Werkzeuge für Steinmetze gefertigt und instand gehalten.

Bei den Exponaten handelt es sich ausnahmslos um handbetriebene Maschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die noch alle einsatzfähig sind, obwohl mit ihnen weit über hundert Jahre gearbeitet wurde..

Ein weiterer Teil des Museums zeigt Geräte und Apparate für das Schmelzschweißen von Eisen und Metallen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schmelzschweißen mit Gas und Sauerstoff erfunden. Die hier gezeigten Apparate sind Gasentwickler, die mit Karbit und Wasser das Gas für das Schmelzschweißen erzeugten.

Desweiteren ist ein Elektro-Schweißautomat aus dem Jahre 1936 ausgestellt, der ebenfalls noch einsatzfähig ist. Der Besucher sieht außerdem Maschinen und Werkzeuge des Klempner- und Feinblechnerhandwerks.

In der oberen Etage des Museums sind Maschinen, Werkzeuge und Handgeräte aller eisenverarbeitenden Handwerke zu sehen, insbesondere auch „Kruppe-Standbohrmaschinen“ aus dem 19. Jahrhundert.

Transmission

In der Eingangshalle und rechts unter der Empore sind Maschinen ausgestellt, die überwiegend in der Zeit von ca. 1880 bis in die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut wurden und schon zu den Berufen der Schlosser und Maschinenbauer gehörten. Zu sehen sind Bohrmaschinen, Bügelsägen, Schleif-, Dreh- und Fräsmaschinen, alle in verschiedenen Größen, Fabrikaten und Ausführungen. Sie wurden ausschließlich über Transmissionen betrieben.

Dies sind Anlagen zur Verteilung der Kraft einer Kraftmaschine aus mehreren Arbeitsmaschinen. Bei der Deckansicht handelt es sich überwiegend um eine Original-Transmission, die fast 80 Jahre lang Maschinen betrieben hat. Angetrieben wurde sie durch einen Elektro-Schleifringmotor con ca. 8-10 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über Lederriemen, die über Holzscheiben verschiedener Größe auf Stahlwellen verschraubt sind. Gehalten wurden diese Wellen durch Lagerblöcke, die mit einem Gleitlager und zum Schmieren mit Stauferbüchsen ausgerüstet ausgerüstet waren. Die weitere Kraftübertragung erfolgte wiederum über Lederriemen zu den einzelnen Maschinen, die alle mit Stahlriemenscheiben sowie Vorgelege mit Ein- und Ausrückvorrichtung ausgerüstet sind.

Die Maschinen neuerer Bauart sind überwiegend schon mit eigenen Elektromotoren ausgerüstet und waren deshalb nicht mehr von Transmissionen abhängig. In den Anfängen der Maschinisierung erfolgte der Kraftantrieb der Transmissionen mittels Wasserkraft, später über Wasserturbine und Dampfmaschine.

Die weiteren Bereiche

In der oberen Etage des Museums sind Maschinen, Werkzeuge und Handgeräte aller eisenverarbeitenden Handwerke zu sehen, insbesondere auch „Kruppe-Standbohrmaschinen“ aus dem 19. Jahrhundert.

Den Werdegang der ehemaligen Kohlengrube „Am Eisenbahnschacht“ in Griesborn kann der Besucher der Schlosser- und Schmiedemuseums auf der Veranstaltungsbühne anhand zahlreicher Fotografien verfolgen. Das Museumsgebäude selbst gehörte ja als Kompressorenhaus zu der damaligen Grubenanlage und war bis 1950 in Betrieb. Der in der Außenanlage ausgestellte Druckluftkompressor weist auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes hin. Bei den übrigen auf dem Außengelände ausgestellten Maschinen handelt es sich um eine Tiefziehpresse mit einer Durckkraft von ca. 100t (Baujahr Ende 19. Jahrhundert), mehrere Eisentorpressen, zwei Schmiedehämmer, zwei größere Drehmaschinen sowie landwirtschaftliche Geräte.