Ortskernsanierung Schwalbach


Verner Platz

Die Gemeinde Schwalbach ist eine sogenannte „gewachsene Gemeinde“. Dies erkennt man besonders gut an der Wohnansiedlung entlang der rund 3,5 km langen Hauptstraße.

Von daher ergab sich die Notwendigkeit, einen zentralen Punkt im Ortsbild - das Ortszentrum - verstärkt ins Leben der Gemeinde Schwalbach zu rücken.

Im Vorgriff auf eine beabsichtigte Ortskernsanierung wurde das Citycenter in großzügiger, rechteckiger Bauart im Zentrum errichtet und zur Dokumentierung der Städtepartnerschaft mit unserer bretonischen Partnergemeinde Vern-sur-Seiche der „Verner-Platz“ errichtet.

Wohlwissentlich, dass die Schaffung eines neuen Ortsmittelpunktes eine der schwersten Aufgaben der Gemeinde in den letzten Jahrzehnten darstellen würde, setzten die kommunalen Entscheider mit ihrem Beschluss vom 03.04.2004 zum Bau des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums ein erstes Zeichen.

Mit dem Bau des Rathauses wurden angemessene Verwaltungsstrukturen geschaffen, Verwaltungsaufgaben effizienter und wirtschaftlicher erfüllt und zugleich wurde ein Ortsmittelpunkt herauskristallisiert.

Der erste Schritt ist bekanntlich der schwerste, oft aber auch der wichtigste. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wird nachfolgend ein kleiner Abriss über die Entstehungsgeschichte dieses modernen Verwaltungszentrums veröffentlicht.

Von der Schachtanlage zum modernen Verwaltungszentrum

Dort wo 1841 der Schacht der Grube Kronprinz-Friedrich-Wilhelm abgeteuft und bis 1929 ein Bergwerk betrieben wurde, erhebt sich nunmehr - sozusagen als neuer Ortsmittelpunkt - das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Gemeinde Schwalbach.

Grube Kronprinz Altes Rathaus

Es einfach nur „Rathaus“ zu nennen, erscheint nicht nur unzeitgemäß, sondern würde auch der Aufgabenvielfalt und dem Dienstleistungsangebot einer modernen Verwaltung nicht gerecht.

Das „alte“ Rathaus beherbergte schließlich nur einen Teil der Verwaltung, weitere Dienststellen waren bisher in ehemaligen Schulgebäuden der Albero- bzw. Lindenschule untergebracht.

Die Idee, die Verwaltung an einem Standort zu konzentrieren, war nicht neu, hatte aber weder zu Zeiten der Großgemeinde – also von 1974 bis 1981 – als auch nach der zweiten Gebietsreform politisch zunächst keine Chance. Erst nach der Jahrtausendwende gab der Gemeinderat ein städtebauliches Gutachten bei der Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG) in Auftrag, dessen Ergebnisse und Aussagen wieder Bewegung in die Diskussion brachte.

Schon im Dezember 2002 fiel dann eine Vorentscheidung, die nicht nur die städtebauliche Entwicklung der Schwalbach-Griesborner Ortsmitte, sondern auch die Errichtung eines Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums in eben dieser Ortsmitte betraf. Die Gemeinde Schwalbach sollte endlich ein Zentrum erhalten, das seinen Namen verdient.

Das Ziel war definiert, der weitere Weg dorthin führte über eine sogenannte Variantenuntersuchung, die von der LEG unter drei Architekturbüros ausgelobt wurde, zu einer ersten Entscheidungsfindung durch die vom Gemeinderat am 30.01.2003 eingesetzten Baukommission bis zur Grundsatzentscheidung des Gemeinderates am 3. April 2003.

Die weitere Ortskernentwicklung sollte demzufolge ihren Anfang im Bau des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums nehmen. Die Abwicklung und Finanzierung der Baumaßnahme sollte durch die „Kommunale Dienste, Freizeit und Kulturbetriebe Schwalbach GmbH & Co KG“ erfolgen. Nach dieser Grundsatzentscheidung und dem Abschluss des Architektenvertrages mit dem Büro Huppert & Huppert, Saarbrücken, wurden die Planungen für das Bauwerk vorangetrieben.


Noch vor Weihnachten wurden die Rohbauarbeiten abgeschlossen und das Gewerk der Zimmerleute ausgeführt. Am 12. Februar 2005 feierten Bauherren und Bauleute mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie zahlreichen Gästen Richtfest.
Als am 11. September 2004 der Grundstein gelegt werden konnte, zeigte sich nach nur 6 Wochen schon ein zügiger Baufortschritt.

Diese Arbeiten waren Anfang Juni 2004 beendet, so dass unmittelbar nach der Griesborner Kirmes der Weg frei war für das Ausheben der Baugrube, die umfangreichen Gründungsmaßnahmen bis zum Gießen der Bodenplatte für das neue Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum.

Vorab mussten allerdings die Hinterlassenschaften des Bergbaus im Bereich Hauptstraße/ Vier-Winde-Straße untersucht werden. Alte Schächte, Stollen und Gebäudereste sollten beim Bau des Verwaltungszentrums nicht zu einem Problem werden. Also liefen auf Seiten der DSK parallel die Vorbereitungen für die Sanierung der ehemaligen Schachtköpfe an. Im Januar 2004 begann die Freilegung der Schächte im Einmündungsbereich Hauptstraße/Vier-Winde-Straße, die anschließend mit Beton verfüllt und mit einer armierten Platte gesichert wurden.

Diese Arbeiten waren Anfang Juni 2004 beendet, so dass unmittelbar nach der Griesborner Kirmes der Weg frei war für das Ausheben der Baugrube, die umfangreichen Gründungsmaßnahmen bis zum Gießen der Bodenplatte für das neue Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum.


Das Einsetzen der Fenster, die Installationen der Haustechnik, der Innenausbau/Trockenbau sowie die Fassadenarbeiten folgten als die nächsten größeren Gewerke bevor Maler, Fliesen- und Parkettleger sowie Schreiner die Arbeiten im Innenbereich vollendeten.

Medientechnik, EDV- und Telefonanlage nach neuestem Stand der Technik sollen die Arbeit von Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung effizient, zeitgemäß und noch bürgerfreundlicher machen. 50 km Kabel wurden im Gebäude verlegt, damit Strom und Daten in jeden Winkel des Hauses gelangen.

Nach nur 14 Monaten Bauzeit können die Bediensteten der Verwaltung ihre neuen Arbeitsplätze in einem funktional gestalteten Gebäude übernehmen.

Der vor Beginn der Baumaßnahme mit rund 5 Millionen € ermittelte Kostenrahmen wurde eingehalten. Weitere 900.000,-- € werden in die Platz- und Umfeldgestaltung (Straßenführung, Anlegung von Parkplätzen, Ausgestaltung des Innenbereiches zw. Gemeindesaalbau und Rathaus) investiert.

rathaus


Mit der Einweihung des neuen Schwalbacher Rathauses im November 2005 hat die Gemeinde Schwalbach den ersten Schritt zu einer umfassenden Ortskernsanierung gesetzt.

Als logischer weiterer Schritt wurde im gleichen Zeitraum die Umfeldgestaltung des Rathauses im Bereich Vier-Winde-Straße/Festplatzes angegangen. Hierzu wurden die Verkehrsflächen an das Höhenniveau des Festplatzes angepasst. Diese stark frequentierte und zentrale Örtlichkeit erhielt nich nur ein attraktives Erscheinungsbild,  sondern zur Optimierung des Verkehrsflusses auch eine neue Straßenführung.

baumAuch dem Ruf „Schwalbach – Gemeinde im Grünen“ wurde Rechnung getragen. Der vorhandene Baumbestand konnte größtenteils erhalten werden.  Auch am neuen Standort grünen und blühen die umgesetzten Bäume.

Vor dem Edeka-Markt und vor dem Rathaus wurden ca. 4000 m² Verbundsteine neu verlegt. Der neue Platz ist nach Abschluss der Arbeiten eine große, höhengleiche Fläche vom Einmündungsbereich der Vier-Winde-Straße bis zur Einfahrt des Festplatzes und verbessert maßgeblich die Parkplatzsitiuation unmittelbar vor dem Edeka-Markt und dem Schwalbacher Rathaus um ca. 50 neue Parkplätze. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme einschließlich Neben- und Planungskosten betrugen rund 1,1 Mio. €.

Anfang Oktober 2006 gab Bürgermeister Eberhard Blaß in Anwesenheit zahlreicher komunaler Vertreter, Bürgerinnen und Bürger die umfassend neu gestaltete Fläche frei.Mit großzügigen, gut erreichbaren Parkplätzen in zentraler Lage hat die Gemeinde eine städtebaulich ausgewogene und zukunftsweisende Entwicklung des Schwalbacher Ortskernes vorangetrieben und as Dienstleistungsangebot im Zentrum gestärkt.

edeka sicht


Ehemaliges Postgebäude erhält ein neues Gesicht

Zu einem weiteren Schritt der Sanierung des Ortskernes Schwalbach hat die Gemeinde Schwalbach im April 2008 die Voraussetzungen geschaffen: Diese Möglichkeit der Neugestaltung ergab sich durch die Neustrukturierung des Postwesens. Das Gelände, auf dem sich das ehemalige Postgebäude befand, wurde veräußert. In Zusammenarbeit mit einem Bauunternehmen wurde das Gebäude in seinen bestehenden Ausmaßen von Grund auf saniert. Dabei entstand ein repräsentatives „Pendant“ zum neuen Rathausgebäude, in dem mittlerweile mehrere Gewerbetreibende eingezogen sind und dadurch das Dienstleistungsangebot im Ortszentrum ergänzt und aufgewertet haben. Bei entsprechender Nachfrage ist die Aufstockung des Gebäudes geplant, um dort weitere Praxis- oder Büroräume anbieten zu können.

Des Weiteren wurden auf dem Gelände zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen. Die neugestaltete Außenanlage runden das Projekt harmonisch ab

alte post