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Neues Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum eröffnet

Rede von Bürgermeister Eberhard Blaß zur Eröffnung


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,

nach dieser festlichen Eröffnung ist es mir eine große Freude, Sie hier und heute im neuen Schwalbacher Rathaus, im Ratssaal, begrüßen zu dürfen. Es ist schon beeindruckend, dass Sie so zahlreich hierher gekommen sind. Ich freue mich über Ihr Kommen.

Als Vertreter der Saarländischen Landesregierung darf ich ganz herzlich den Finanzstaatsekretär Herrn Gerd Wack begrüßen.

Ich darf an dieser Stelle anmerken, dass die Gemeinde Schwalbach in das Förderprogramm „Kommunale Substanzerhaltung“ aufgenommen worden ist. Ich danke Ihnen Herr Wack für Ihr persönliches Engagement in der Sache. Die Wege zu Ihnen waren immer sehr kurz –wie könnte es auch anders sein als Bürger dieser Gemeinde-. Sie haben uns mit der Aufnahme in das Zuschussprogramm ein gutes Stück geholfen, dieses Bauvorhanden zu verwirklichen.

Ich begrüße eine weitere Bürgerin aus unserer Gemeinde, die allerdings auch in offizieller Eigenschaft hier ist und wird nachher noch einige Grußworte sprechen. Ich möchte fast sagen, das hat sie  nun davon.

Die Dinge, wie wir sie heute hier vor uns sehen, wurden von ihr als Ratsmitglied mit auf den Weg gebracht. Ich begrüße ganz herzlich die
Landrätin, Frau Monika Bachmann. 

Ich heiße ebenso herzlich die Freunde aus unserer Partnergemeinde Vern sur Seiche in der Bretagne willkommen.

Ich begrüße stellvertretend für die gesamte Delegation Herrn Bürgermeister Jean Claude Haigron und seine liebe Frau Suzanne. Willkommen in Schwalbach, willkommen im neuen Rathaus.

Es freut mich, dass Abgeordnete aus dem Dt. Bundestag sowie aus dem Saarländischen Landtag heute zu unserer Feierstunde gekommen sind.

Ich begrüße Oskar Lafontaine, den Vorsitzenden der Fraktion „Die Linken“ im Deutschen Bundestag. Sie sind ja kein Unbekannter in Schwalbach. Ich denke ich darf  an dieser Stelle verraten, dass schon in Ihrer frühesten Jugend  gute soziale Kontakte nach Schwalbach geknüpft waren, weil nämlich Ihre Patentante zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bäckermeister Wirbel in der Hauptstraße seine Bäckerei betrieb und  Sie dort Ihre Schüler- bzw. Studentenkasse durch Ferienarbeit in deren Backstube aufgebessert haben.

Aber auch in vielen Jahren danach haben sich unsere Wege gekreuzt und mir ist in guter Erinnerung, dass Sie für die Belange unserer Gemeinde in der Zeit Ihrer politischen Verantwortung im Saarland immer ein offenes Ohr hatten. Das sollte man nicht vergessen.

Seien Sie uns herzlich willkommen.

Die Bundestagsabgeordneten Peter Altmaier, CDU, und Ottmar Schreiner, SPD, haben sich entschuldigt. Sie sind wegen der aktuellen Ereignisse derzeit in Berlin.

Wie Sie wissen, sind wir Schwalbacher in politischen Führungsämtern unseres Landes hervorragend vertreten. Ich begrüße den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Heiko Maas. Herzlich willkommen.

Heiko Maas ist ein Sohn unserer Gemeinde und ich weiß wie er - das haben wir oft diskutiert - immer für eine organisatorische Verwaltungseinheit hier in Schwalbach eingetreten ist. Ich erinnere an diesbezügliche Gespräche und Vorschläge aus seinem damaligen Umweltministerium, das ja für städtebauliche Belange zuständig war.

Und ich schätze es sehr, dass er heute andere Termine abgesagt hat, um hier in seiner Heimatgemeinde zu sein.

Ich begrüße die Landtagsabgeordneten Petra Scherer, SPD, und Georg Jungmann, CDU.

Ich freue mich, dass auch einer meiner Amtsvorgänger und Ehrenbürger der Gemeinde Schwalbach, Herr Dr. Nikolaus Fery, heute hier ist. Ich heiße Sie ganz herzlich willkommen.

Sehr geehrter Herr Dr. Fery, wenn man ein altes Haus ausräumt, stößt man manchmal auf Erstaunliches. So hat mir der Leiter unseres Hauptamtes, Herr Neumeyer, vor wenigen Tagen einige Zeitungsartikel aus dem Jahr 1962 vorgelegt. Sie werden sich vielleicht erinnern. Damals, nachdem Schwalbach und Griesborn gerade mal 3 Jahre aus dem Amtsverband Bous ausgeschieden waren, haben Sie, als Bürgermeister von Schwalbach und Griesborn ein neues Rathaus seiner Bestimmung übergeben. Die Zeitungsartikel schreiben von einem besonderen Tag, von einem neuen Mittelpunkt der Gemeinde, oder auch von einer Krönung des kommunalen Aufbauwerkes.

Wir haben nunmehr - rechnet man die Zeit von 1974, als die Gemeinde durch die Gebietsreform einen neuen größeren Zuschnitt erhalten hat - wir haben mehr als 30 Jahre gebraucht, um ein solches Aufbauwerk auf den Weg zu bringen.

Ich denke, ich darf heute darüber sprechen: Vor wenigen Tagen haben Sie mir in einem Gespräch Ihre Freude über das nun vollendete Bauwerk - und so wie wir alle hoffen, der davon ausgehenden Leitfunktion für den Ortsmittelpunkt von Schwalbach, ausgedrückt. Ich bin Ihnen dankbar für Ihr stetiges Interesse an der Weiterentwicklung unserer Gemeinde und hoffe, dass wir noch oft über bestimmte Entwicklungen - auch die politischen - diskutieren können.

Das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, Herr Richard Nospers, hat es sich nicht nehmen lassen, heute hier zu sein. Ich begrüße Sie ganz herzlich und darf an dieser Stelle auch Ihnen einmal Danke sagen, für die hervorragende Arbeit und Betreuung der Gemeinde in allen kommunalrechtlichen Fragen wann immer, wir diese denn einfordern.

Ebenso herzlich begrüße ich Herrn Prof. Wolfgang Knapp. Es freut mich ganz besonders, dass Sie, Herr Prof. Knapp, auch nach Ihrem Ausscheiden aus den Diensten des Städte- und Gemeindetages den Kontakt zu unserer Gemeinde pflegen.

Ich begrüße die Mitglieder des Kreistages, des Gemeinderates und der Ortsräte. Gerade die Mitglieder des Gemeinderates haben ja die politische Verantwortung in unserer Gemeinde mitgetragen und die notwendigen Entscheidungen getroffen, so dass wir heute diesen Tag feiern können.

Stellvertretend begrüße ich namentlich die Fraktionsvorsitzenden und
Beigeordneten, die Herren: Matthias Bittner, Joachim Jacob und Uwe Jung.

Ich begrüße die Ortsvorsteher aus unseren Gemeindebezirken die Herren: Bernd Schweitzer, Wilfried Hose und Stefan Rech.

Die Vertreter der Kirchengemeinden sind immer wieder gern gesehene Gäste. Ich begrüße sehr herzlich Herrn Pastor Stahl und Herrn Pfarrer Janich.

Ich freue mich, dass auch einige meiner Kollegen aus den Nachbargemeinden  zu uns gekommen sind und begrüße stellvertretend  die Bürgermeister aus unseren unmittelbaren Nachbargemeinden Bous und Ensdorf, Stefan Louis und Thomas Hartz.

Hier im neuen Rathaus ist unsere Polizei an guter Stelle präsent. Ich begrüße ganz herzlich Herrn Polizeirat Norbert Rupp sowie den Leiter der Polizeidienststelle Bous, den Ersten Polizeihauptkommisar Werner Michaltzik.

Ich begrüße die Vertreter der Kooperationsunternehmen der Gemeinde, den Geschäftsführer von „energis“, Herrn Fuß, den Geschäftsführer unserer Gemeindewerke, Herrn Dewald und den Geschäftsführer Herrn Bühler von den Gas- und Wasserwerken Bous-Schwalbach.

Ich begrüße natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde nicht nur zu dieser Einweihungsfeier sondern auch an ihrem künftigen Arbeitsplatz.

Und lassen Sie mich an dieser Stelle auch ein besonderes Dankeschön denjenigen sagen, die vor allem in den letzten Wochen hervorragende Arbeit geleistet und damit einen reibungslosen Übergang aus bisher 3 Rathausdienststellen zu dieser neuen Verwaltungseinheit ermöglich haben. Ich nenne stellvertretend namentlich Joachim Neumeyer und Alois Speicher mit ihren Teams.

Besonders herzlich begrüße ich Herrn Architekt Huppert, der für die Planung und Bauausführung verantwortlich zeichnet. Der Neubau eines Rathauses ist weder für einen Architekten noch für den Bauherrn eine alltägliche Arbeit. Ein Rathaus muss baulich und technisch einen möglichst reibungslosen Geschäftsablauf gewährleisten. Die Bürgerinnen und Bürger sollen die Dienststellen leicht finden. Auf der anderen Seite muss die öffentliche Hand mit den ihr anvertrauten Geldern so sparsam und wirtschaftlich wie möglich umgehen. So gesehen, hat sich die sorgfältige Planung unseres Architekten und der ständige Dialog mit den gemeindlichen Gremien gelohnt.

Zweckmäßigkeit und Funktionalität setzen der Gestaltungsfreiheit gewisse Grenzen und lassen Repräsentationsbauten nicht zu. Dieses Gebäude beweist, dass öffentliche Gebäude deswegen nicht eintönig, gesichtslos und unter Verzicht auf Individualität und Phantasie gestaltet sein müssen. Dafür, dass dieser Bau gelungen ist, spreche ich dem Architekten, Herrn Huppert, Lob und Anerkennung aus.

In diesen Dank schließe ich die Damen und Herren der beteiligten Fach- und Ing.-Büros ausdrücklich mit ein.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste,

wenn ich Sie hier begrüßen darf, so tue ich dies im Namen der Bauherrin, der „Kommunalen Dienste, Freizeit und Kultur GmbH & Co. KG“ (KDFK) Schwalbach. Diese ist zu 100 % im Besitz der Gemeinde Schwalbach. Und ich darf den Aufsichtsratsvorsitzenden; Herrn Bernd Müller, an dieser Stelle ebenfalls herzlich begrüßen.

Meine Damen und Herren,

im nunmehr 3. Anlauf seit der Gebietsreform im Jahre 1974 haben wir es geschafft, ein neues Rathaus zu bauen. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hatte zuvor einen städtebaulichen Rahmenplan entwickelt.

Ich darf an dieser Stelle den Geschäftsführer der LEG,  Herrn  Rudolf Müller, herzlich begrüßen.

Die Gemeinde hatte als Ziel die langfristige und nachhaltige Neuordnung des Innerortsbereiches –zu dem die Errichtung eines zentralen Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums gehört - vorgegeben.

Nach den städtebaulichen Vorgaben sollten auch Problemlösungen für den ruhenden und fließenden Verkehr erarbeitet und umgesetzt werden. Dem Neubau des Rathauses sollte dabei der Charakter einer Leitfunktion zukommen. Das Rathaus als Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum hat eine wichtige Bedeutung als Teil einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme nachhaltig zu erfüllen.

Dort wo jetzt das Postgebäude steht, soll eine städtebauliche Arrondierung als weiterer Baustein der Gesamtmaßnahme verwirklicht werden. Die gleiche Aussage gilt für die bisherigen Verwaltungsgebäude  in der Ensdorfer Str. und Lindenschule.

Dabei müssen an erster Stelle die Ideen oder Vorstellungen des städtebaulichen Gesamtkonzeptes und deren funktionale Umsetzung im Vordergrund stehen. Diese Gesamtkonzeption wurde von der LEG entwickelt. Der erste Baustein - das Rathaus - wurde nun verwirklicht. Die nächsten Aufgaben sind definiert. Sie können unschwer erkennen, dass im Umfeld fleißig gearbeitet wird. Bis zum Frühjahr werden wir ein weiteres Teilstück erledigt haben.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wir befinden  uns gewissermaßen an historischem Ort. Hier wurde Geschichte gelebt und vielleicht manchmal auch gelitten.

In unmittelbarer Nachbarschaft verlief nämlich die deutsche Reichsgrenze. Wäre diese Grenze noch gültig, befände sich dieses neue Rathaus auf lothringischem Hoheitsgebiet.

Auch Bergbauindustrie prägte viele Jahrzehnte die Örtlichkeit und gab den Menschen Arbeit und Brot. 1841 wurde genau hier mit den Abteufungsarbeiten der Kohlengrube „Kronprinz Friedrich Wilhelm“ begonnen und schon 1853 wurde vom damals „Königlichen Bergamt“  eine so genannte Sonntagsschule errichtet. Die preußische Verwaltung hatte dafür gesorgt, dass insbesondere Jungbergleute im Rechnen, Lesen und Schreiben unter spezieller Berücksichtigung der Forderungen des bergmännischen Berufes Bildung erfahren haben, wie es Ferdinand Müller in seiner geschichtlichen Aufarbeitung schreibt. Die Bergleute mussten neben ihrem Beruf sonntags die Schule besuchen; daher: Sonntagsschule.

Bergmännisches Leben spielte sich hier bis Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ab. Über welch hohe Baukunst die Menschen damals verfügten, konnte man bei den Ausschachtungsarbeiten für dieses Haus feststellen, als man die Reste des früher vorhandenen Förderschachtes bzw. Wetterschachtes freilegte, diese saniert und dann wieder verschlossen hat.

Ich möchte es nicht versäumen der DSK und dem Bergamt ein Dankeschön zu sagen, für die schnelle Erledigung der genannten Sanierungsarbeiten. Diese waren Voraussetzung für den Baubeginn dieses Hauses.

An dieser Stelle soll nun Schritt für Schritt das Ortsbild Schwalbach verändert und nachhaltig entwickelt werden. Was hier in 15 Monaten entstanden ist und was noch entstehen wird, soll für viele Generationen stehen, darin war sich eine große Gemeinderatsmehrheit zusammen mit dem Bürgermeister einig, als man im Jahre 2002 Beschlüsse zur Ortskernentwicklung im Gemeinderat vorbereitete und schließlich zur Abstimmung brachte. Ich danke allen die aktiv mitgewirkt haben für ihre konstruktive Arbeit, vor allem in der Anfangsphase als es zunächst einmal darum ging, grundsätzlich und ergebnisoffen die Dinge auf den Punkt zu bringen, aber auch für die darauf folgende Zeit, als sich von interessierter Seite Kritik entwickelte.

Bei dieser Kritik wurde immer wieder  vorgetragen, ein Rathausbau passe nicht in die Zeit; man habe bessere Zeitpunkte verpasst usw.
Auf die Frage, wann denn der richtige Zeitpunkt für ein solches Vorhaben sei, konnte niemand der Kritiker eine Antwort geben.

Ich sage: „In die Zeit passt immer effektives und sparsames Wirtschaften. Sinnvolle wirtschaftliche Investitionen wirken nachhaltig und sie schaffen Arbeitsplätze. Diesem Anspruch haben wir Rechnung getragen und unsere Investitionen antizyklisch gesteuert.“

Meine Damen und Herren,

einheimische Handwerksbetriebe und Betriebe aus der Region haben in den vergangenen 15 Monaten Arbeit erhalten und mehr als 250 Menschen waren an dieser Baustelle beschäftigt.

Der hier - gewissermaßen als erstem Baustein - vollendete Rathausbau  sehe ich als richtig und zukunftsweisend an. Synergieeffekte werden sich in allen Bereichen ganz schnell bemerkbar machen; sowohl  in wirtschaftlicher Hinsicht aber auch was an bürgerfreundlicher Nähe in die tägliche Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger dieser Gemeinde einfließt.

Die Polizeipräsenz wird effektiver sein; dazu kommt Kundenbetreuung durch die neu gegründeten Gemeindewerke Schwalbach (gws) sowie der Gas- und Wasserwerke Bous-Schwalbach (GWBS).

Das neue Rathaus ist mit vertretbarem Aufwand zu einem guten Beispiel moderner Architektur und einem unübersehbaren positiven städtebaulichen Akzent auf dem Marktplatz im Zentrum unserer Gemeinde geworden.

All diese Kriterien waren bisher nicht erfüllt.

Das neue Rathaus hat einen umbauten Raum von rund 12.000 Kubikmetern;  die Nutzfläche liegt bei 2.800 Quadratmetern und bietet Platz für die Kernverwaltung mit Bürgerbüro, Fraktionsräumen und Ratssaal. Rund 50 km verlegte Kabelleitungen mit moderner Telekommunikation und EDV-Vernetzung – frei vom Elektrosmog - sorgen für eine effektive Bewältigung der täglichen Aufgaben.  

Ich habe eingangs erwähnt, dass in rund 15 Monaten Bauzeit dieses Haus gebaut wurde. Ich danke allen fleißigen Handwerkern für ihre fachkundige und alles in allem auch pünktliche Arbeit. Insbesondere freue ich mich, dass es an der Baustelle zu keinem Unfall gekommen ist.

Verehrte Gäste,

hier im Ratssaal können wir ein Kunstglasfenster bewundern. Der einheimische Künstler Siegfried Pollack hat nach einem Wettbewerb den einstimmigen Zuschlag hierzu erhalten. 

An dieser Stelle darf ich Sie, sehr geehrter Herr Pollack, sehr herzlich willkommen heißen.

Sie, Herr Pollack. haben u.a. folgende Begründung für das Kunstwerk geliefert - ich darf zitieren: „Ich habe bewusst auf realistische Darstellungen verzichtet da ich der Meinung bin, dass ein Fenster an dieser Stelle in diesem Raum keine Geschichten erzählen, sondern Licht und Farbe in den Raum bringen soll.“ (Zitatende).

Diese Kurzbegründung könnte zutreffender nicht sein.

Dazu will ich nur anmerken: Wir sind in dem Saal, in dem künftig die Gemeinderatssitzungen stattfinden und wie uns allen bekannt ist, nur weise Beschlüsse gefasst werden.

Meine Damen und Herren,

ich möchte noch einige Worte über die Kosten für den Neubau sagen. Es waren Baukosten von rund 5 Millionen Euro veranschlagt. Bisher sind nach allen bisherigen Vergaben nach öffentlicher Ausschreibung rund 4,6 Mio. Euro netto verausgabt.  Die Kosten des Baues sind einschließlich der Aufwendungen für die Einrichtung des Gebäudes aus heutiger Sicht im vorgesehenen Rahmen geblieben.

 

Meine Damen und Herren,

die Gesellschaft „KDFK GmbH und Co. KG“ ist Bauherrin des Gebäudes. Die KDFK hält die Anteile an den Gas- und Wasserwerken Bous-Schwalbach. Sie hat vor rund 4 Jahren aus einem teilweisen Anteilsverkauf Erlöse erzielt. Davon wurde ein Teil zum Schuldenabbau verwandt; aber auch ein erheblicher Teilbetrag wurde in die Rücklage gestellt. Diese ist nun aufgebraucht und in neues Vermögen investiert worden.

Dazu kommen Zuschüsse des Landes aus dem Förderprogramm „Kommunale Substanzerhaltung“.

Ich sage an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Landesregierung für die großzügige Förderung des Projektes.

Auch die Verkäufe der beiden jetzigen Verwaltungsdienststellen Ensdorfer Str. und Lindenschule, sowie die steuerlichen Vorteile, weil das Gebäude auch gewerblich genutzt wird, tragen maßgeblich zur Finanzierung bei. Alles in allem wird der Kreditbedarf und der daraus resultierende Schuldendienst unter den zusätzlichen Kosten liegen, die wir bisher aufgewandt haben,  um den Verwaltungsdienst in 3 weit auseinander liegenden Dienststellen zu bewältigen.

Die Baumaßnahme ist solide finanziert und wird den Gemeindehaushalt nicht negativ belasten. Mittelfristig wird eine Entlastung eintreten.

Verehrte Gäste,

unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren eine Reihe von anspruchsvollen Projekten verwirklicht. Der Bau dieses modernen Gemeindezentrums bildet den vorläufigen Höhepunkt dieser Bemühungen.

Ich will aber auch gerne den heutigen Tag zum Anlass nehmen um festzustellen: Wir brauchen für die Zukunft nicht nur große, völlig neue Visionen. Aus diesem Rathaus sollten auch das Einfühlungsvermögen oder auch die Fähigkeit, sich auf die Wünsche und Hoffnungen von anderen einzulassen, ausgehen.

Pascal Blaise, einer der größten Denker Frankreichs und ganz Europas, er lebte von 1623 bis 1662, hat in diesem Zusammenhang von der „Raison de Coeur“ gesprochen. Der „Vernunft des Herzens“.
Ich komme auf diese Gedanken nochmals zurück.

Lassen Sie mich vorher kritisch anfügen: Wir kennen heute in unserer globalisierten Welt den Preis von allem und kennen oftmals unsere Werte nicht.

Wir sind es gewohnt, mit Vernunft und Verstand, mit Berechnung von allem, unsere Zukunft zu planen. Dass dies Bürgerinnen und Bürger von ihrer Verwaltung mit Recht erwarten - schließlich geht es nicht zuletzt um Steuergelder - das wissen wir alle, meine Damen und Herren.

Und Sie können sich sicher vorstellen, dass wir viel gerechnet und überlegt haben, bis wir anfingen, dieses große Projekt zu realisieren.

Und wir haben Fachleute beauftragt, - ich habe es bereits erwähnt - die ihren Sachverstand, ihre Vernunft, eingesetzt haben. Planer und Architekt und unsere Fachleute aus der Verwaltung haben gemeinsam ihr Wissen und Können eingebracht. Das Ergebnis können Sie sehen.

Was mit technischer und organisatorischer Vernunft bewerkstelligt wurde, sollte aber nicht alles sein, was dieses Gebäude ausmacht. Es muss etwas dazu kommen, was man Vertrauen, vielleicht auch Wärme nennen könnte. Kurz: Es geht auch hier um das, was Pascal Blaise die „Raison de Coeur“ „Vernunft der Herzen“ genannt hat.

Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht nur anständig verwaltet werden; sie wollen ernst genommen und verstanden werden.

Das brauchen sie, um so etwas wie ein glückliches Leben zu führen. Und dieses glückliche Leben eines jeden Einzelnen beginnt nicht erst mit einem Lottogewinn. Darauf zu warten ist dumm. Das glückliche Leben spielt sich im Alltag ab; hier in der kleinsten politischen und gesellschaftlichen Einheit: Ihrer Gemeinde.

Diesem Anspruch wollen wir auch genügen. Wir wollen unseren Beitrag hierzu leisten. Ein Geist der Vernunft, der Zuversicht, des gegenseitigen Vertrauens - das Vertrauen des Bürgers zu seiner Verwaltung und umgekehrt -, soll von diesem neuen Rathaus ausgehen und die Menschen beflügeln, ihr bürgerschaftliches Engagement einzubringen.

Hier ist der Platz - hier soll der Ausgangspunkt sein - für die „Raison de Coeur“, von der Pascal spricht.

Möge der neue Mittelpunkt der Gemeinde immer die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger erfüllen.

Ich weiß, die Erwartungen sind groß. Gehen wir gemeinsam an die Arbeit, unsere Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Ich denke die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Verwaltung sind motiviert, die in sie gesetzten Erwartungen zu bewältigen.

Ich freue mich auf viele Begegnungen mit den Menschen aus unserer Gemeinde und darüber hinaus und hoffe, dass ich zusammen mit der Verwaltung und dem Gemeinderat einen verantwortlichen Beitrag  für die Bürgerinnen und Bürger dieser Gemeinde leisten kann.

Meine Damen und Herren,
verehrte Gäste,

ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und möchte ein besonderes Dankeschön an die Musiker des Musikvereins "Harmonie", der Bläsergruppe  Schwalbach sagen, dass sie mit ihrem Bläserquintett "Brasserie",  dieser Feierstunde einen würdigen Rahmen geben.

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